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Was ist das Risiko wenn man eine Villa in Thailand mit Grundstück im Namen einer Firma kauft

 Gesetzliche Grundlage

  • Nach thailändischem Recht darf nur eine thailändische Gesellschaft Land besitzen.
  • Eine Gesellschaft muss mindestens 51 % thailändische Anteilseigner haben (Ausländer dürfen max. 49 % halten).
  • Viele Ausländer gründen daher sogenannte „nominee companies“, bei denen Thais nur pro forma Anteile halten, aber keine echte Kontrolle ausüben.

 Risiken bei Nutzung einer Firma

 „Nominee Company“-Problem

  • Wenn die thailändischen Gesellschafter nur auf dem Papier existieren (keine echten Investoren, keine Geschäftstätigkeit), kann die Firma als illegale Struktur gewertet werden.
  • Konsequenz:
    • Das Land Department oder das Handelsministerium kann die Struktur anfechten.
    • Im schlimmsten Fall wird das Grundstück enteignet und zwangsverkauft.

 Steuerliche Risiken

  • Eine Firma in Thailand muss jährlich Buchhaltung, Bilanz und Steuererklärungen einreichen, selbst wenn sie nur eine Villa hält.
  • Falsche oder unterlassene Buchführung kann zu Strafen und Schließung der Firma führen.

 Verkaufsrisiken

  • Beim späteren Weiterverkauf muss das Land über die Firma verkauft oder die Firmenanteile übertragen werden.
  • Käufer (vor allem Ausländer) sind vorsichtig, weil sie das Risiko einer „nominee structure“ kennen. → Das kann den Verkauf erschweren.

 Kontrolle über die Firma

  • Da 51 % Thai-Anteile vorgeschrieben sind, brauchst du rechtliche Schutzmechanismen (z. B. Preferred SharesStimmrechtsvereinbarungenNominee-Director-Modelle).
  • Wenn diese nicht sauber gestaltet sind, könnte im Streitfall ein thailändischer Anteilseigner theoretisch mehr Macht haben.

 Alternative Modelle (legaler & risikoärmer)

  • Leasehold (30 Jahre + Verlängerungsklauseln) → Sicherer und gesetzlich klar geregelt.
  • Superficies (Bau- und Nutzungsrecht) → Ausländer kann Eigentümer des Hauses sein, Land bleibt beim Thai.
  • Usufruct (Nießbrauchrecht) → Nutzungsrecht am Land für bis zu Lebenszeit.

 Fazit

  • Kauf über eine Firma ist theoretisch möglich, aber riskant, wenn es eine reine „Briefkastenfirma“ ist.
  • Größtes Risiko: Wenn Behörden feststellen, dass die Firma nur gegründet wurde, um das Ausländer-Besitzverbot zu umgehen, droht Verlust des Grundstücks.
  • Solche Konstruktionen funktionieren oft viele Jahre unproblematisch – aber sie sind nicht bombensicher.

 Meine Empfehlung: Wenn ein Ausländer in Thailand investiert, sollte er immer zuerst die sichere Struktur prüfen (Leasehold + Haus im eigenen Namen). Die Firmenlösung lohnt sich nur in sehr speziellen Fällen (z. B. echte Geschäftstätigkeit in Thailand, nicht nur eine Villa).